1911 – ein jahr und eine Geschichte, die uns prägen

Wie jedes Jahr wird auch 2018 der Internationale Frauentag am 8. März begangen – dieses Jahr fällt dieser auf einen Donnerstag. Internationaler Frauentag, Weltfrauentag, Frauentag, Frauenkampftag: Jeder hat schon einmal davon gehört. In einigen Ländern  ist der Internationale Frauentag sogar ein gesetzlicher Feiertag. Doch wie ist der Welttag, an dem auf Frauenrechte und Gleichstellung aufmerksam gemacht wird, ursprünglich entstanden?

Die Entstehungsgeschichte reicht zurück bis ins Jahre 1908. In den USA hatten Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas dazumal ein Nationales Frauenkomitee gegründet, welches einen nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht ins Leben rief. Dieser fand in den USA zum ersten Mal in 1909 statt und war ein voller Erfolg. Die Idee aus den USA stiess auch in Europa auf grosses Interesse bei den Frauen, und so schlug Clara Zetkin, eine Deutsche Sozialistin, auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen im Jahre 1910 die Einführung eines Frauentags vor. Der Beschluss lautete positiv und bereits am 19. März 1911 wurde der erste Frauentag in der Schweiz, in Dänemark, Deutschland und in Österreich-Ungarn begangen. Mit diesem Datum sollte der revolutionäre Charakter des Frauentags hervorgehoben werden, da der Vortag, der 18. März, als Gedenktag der Gefallenen während der Märzrevolution 1848 diente. Bereits 1912 wurde der Frauentag jedoch auf den Mai verschoben.

In den ersten Jahren beherrschte hauptsächlich die Forderung nach dem Frauenstimmrecht den Internationalen Frauentag.

Dieser wurde zu einem wichtigen Bestandteil der sozialistischen Bewegung und gehörte zur Propaganda- und Aufklärungsarbeit der Partei. Als der erste Weltkrieg kam, wurde das Frauenstimmrecht zweitrangig und der Frauentag nahm die Form eines Aktionstags gegen den Krieg an, was von der Deutschen Regierung nicht erwünscht war. Deshalb hatte der Internationale Frauentag zwischenzeitlich einen illegalen Charakter, bis er im Jahre 1917 wieder offiziell eingeführt wurde. Ein Jahr später wurde in Deutschland dann das Wahlrecht für Männer und Frauen eingeführt. Das Ziel des Internationalen Frauentags aus der Vorkriegszeit war erreicht. Obschon diese Forderung erfüllt wurde, ist die Gleichstellung der Geschlechter bis heute auf der ganzen Welt immer noch nicht Realität.

Ebenfalls in 1917, und zwar am 8. März – nach dem dazumal in Russland verwendeten julianischen Kalender am 23. Februar – gingen in Petrograd Arbeiterinnen, Ehefrauen von Soldaten und Bäuerinnen gemeinsam auf die Strasse und lösten dadurch die Februarrevolution aus. Zu Ehren dieser Frauen wurde der 8. März schliesslich als Internationaler Gedenktag eingeführt und bis heute wird der Internationale Frauentag an diesem Datum begangen.

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Am 5. Juli 1857 wurde Clara Josephine Zetkin geboren. Sie war eine deutsche Frauenrechtlerin, Friedensaktivistin und sozialistische Politikerin, wobei die Frauenpolitik einer ihrer politischen Kernpunkte war. Sie setzte sich unter anderem für das Frauenstimmrecht ein. Während des Nationalsozialismus unter Adolf Hitler ging Clara Zetkin 1933 in die Sowjetunion ins Exil, wo sie am 20. Juni 1933 im Alter von 75 Jahren starb.

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