3 Strategien für mehr Selbstvertrauen | DIE WIRTSCHAFTSFRAU
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Sobald wir kein Selbstvertrauen mehr haben, glauben wir nicht mehr an uns und haben keine Vertrauen in unser Können.

3 Strategien für mehr Selbstvertrauen

Stell dir vor, einer der grossen Pharma-Konzerne erfindet eine Impfung, mit der wir uns Selbstvertrauen injizieren können – würdest du sie wollen? Vor einem Bewerbungsgespräch, vor einer grossen Präsentation oder Verhandlung, vor einer wichtigen Entscheidung – eine Injektion Selbstvertrauen würde da schon einen riesigen Unterschied machen, oder?

Manche von uns würden sogar zusätzlich Selbstvertrauen in Pillenform nehmen wollen. Jeden Tag eine, damit wir in den Meetings den Mund aufmachen, wenn uns etwas auf der Zunge liegt. Damit wir uns trauen, auf neue Leute zuzugehen oder auch, um uns spontan für interessante Projekte zu melden.

Selbstvertrauen können wir nie genug haben. Meistens fühlen wir uns zwar recht selbstbewusst und wohl in unserer Haut, aber das stimmt nur, solange wir uns innerhalb unserer Komfortzone bewegen. Sobald wir aber den kleinen Zeh über die Grenze strecken, also in unsere Entwicklungszone hinein, kommt dieses flaue Gefühl in der Magengegend und uns sinkt das Herz in die Hose. Sprich: Uns fehlt Selbstvertrauen. Wir vertrauen nicht mehr uns selber, dass wir alles schaffen und dass wir gut genug sind.

Wie entsteht Selbstvertrauen? Genau wie Selbstzweifel – das ist nämlich das Gegenteil von Selbstvertrauen – entsteht es in unseren Gedanken. In dem Moment, indem wir denken „Es wird nicht klappen, sie werden mich nicht mögen, ich werde versagen“ verlässt uns das Selbstbewusstsein. Und das sieht man auch von aussen. Unsere Schultern sacken ein kleines bisschen nach vorne, unsere Stimme wird schwächer, die Atmung schneller, die Handflächen werden feucht, die Gedanken drehen sich im Kopf, wir werden still. Im Nachhinein wissen wir dann immer besser, wie wir uns hätten verhalten sollen oder was wir hätten sagen sollen, aber in dem Moment sind wir wie blockiert.

Selbstzweifel sind Gedanken, die Gift sind für unser Selbstvertrauen.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir sie identifizieren. Der Mensch hat über 60’000 Gedanken pro Tag, aber der Grossteil davon ist unbewusst. Was unbewusst ist, können wir nicht steuern. Daher ist der erste Schritt, sich die Gedanken bewusst zu machen, die uns gerade quälen. Am besteh geht das, indem wir sie aufschreiben. So gewinnen wir bereits eine gewisse Distanz zu ihnen, die für den nächsten Schritt wichtig ist: Wir glauben sie nicht mehr. Solange unsere Gedanken unbewusst bleiben, sind sie für uns „die Wahrheit“. Schliesslich ist es das, was wir denken. Wir sind überzeugt davon, dass unsere Meinung (auch die über uns selber) stimmt. Aber es ist und bleibt eine Meinung, eine Wertung. Jemand anderes könnte es ganz anders sehen und genau hier liegt der Hebel: Auch du kannst es anders sehen. Du kannst deine Gedanken umschreiben, bis sie dir das Gefühl liefern, das du möchtest. Nämlich Selbstvertrauen.

Die zweite Strategie um Selbstvertrauen aufzubauen, ist, unsere eigenen Versprechen einzuhalten. Wie wir den Menschen in unserem Umfeld vertrauen, wenn wir uns auf sie verlassen können, so lernen wir auch uns selber zu vertrauen, wenn wir tun, was sagen. Wenn du also sagst, du schliesst diesen Bericht heute ab, und dann verschiebst du ihn doch auf morgen, dann hältst du dich nicht an dein Versprechen dir selber gegenüber. Oder du willst Joggen, aber anstatt pünktlich zu erscheinen, wie du es gegenüber jeder anderen Person tun würdest, versetzt du dich selber. Denk mal darüber nach, mit wieviel Respekt du dich selber behandelst. Wenn du dich auf dich selber verlassen kannst, schafft das Selbstvertrauen.

Die dritte Strategie bezieht sich darauf, wie wir Menschen funktionieren:

Wir tun alles, um positive Emotionen zu erleben und meiden alles, was uns negative Emotionen beschert.

Scham, Angst und Unsicherheit gehören normalerweise zu den Emotionen auf unserer schwarzen Liste. Weil wir diese Gefühle vermeiden wollen, vermeiden wir Risiken, Herausforderungen und Wachstumschancen. Stell dir vor, du hättest keine Angst vor negativen Gefühlen? Wozu wärst du alles fähig? Selbstvertrauen bedeutet, dass wir keine Angst vor negativen Emotionen haben. Das setzt voraus, dass wir uns mit diesen Gefühlen anfreunden, sie willkommen heissen und bewusst fühlen können.

Das schlimmste, was dir passieren kann, ist nur ein Gefühl.

Gefühle sind harmlos, es sind nur Vibrationen im Körper und sie gehen auch meistens recht schnell wieder weg. Ausser wir befeuern sie konstant mit unseren Gedanken. Wenn wir keinen Widerstand mehr gegen sie aufbauen, kann uns nichts mehr aufhalten. Das ist Selbstvertrauen pur.

Verena Tschudi

Funktion
Inhaberin und Geschäftsführerin

Nationalität
Österreich wohnhaft in Winterthur

Zivielstand
verheiratet, 2 Kinder

Webseite
verenatschudi.com

Verena Tschudi verfügt über langjährige Erfahrung im Management und in der Beratung. Heute arbeitet sie als Personal Coach und bietet Workshops zum Thema Female Leadership, Selbstmarketing und Erfolg an.

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