Leben wir in „a Man’s World?“ – DIE WIRTSCHAFTSFRAU
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Viele Statussymbole verbinden wir automatisch mit Männlichkeit.

Leben wir in „a Man’s World?“

Frau glaubt zu wissen, dass ihr Erfolg von ihrem souveränen Auftreten abhängt – und scheitert doch an fehlender Durchsetzungskraft. Statt ihre femininen Qualitäten bewusster zu nutzen, hat sie tiefliegende Zweifel vor ihrer eigenen Stärke und Wirkung und dem damit verbundenen Erfolg. Kein Wunder: Unser Denken, Entscheiden und Handeln basiert auf einem Normengeflecht aus Überzeugungen, Einstellungen und Gewohnheiten.

Es kann einem ganz wehmütig werden ums Herz. „It’s a man’s world“ – hiess ein Lied des schwarzen Sängers James Brown in den Sechzigern, und er meinte es so streng und so scharf, wie er es herausschrie: Ja, es ist eine verdammte Männerwelt – da geht’s männlich zu und brutal – nichts für Frauen, „…die wir natürlich doch brauchen,“ singt er weiter mit sanfter Stimme. Unsere unbewussten, ver-innerlichten Glaubenssätze bestimmen, wie wir die Welt wahrnehmen und interpretieren.

Setzen Sie sich hin und führen Sie sich die folgenden Zeilen vor Ihr geistiges Auge und überprüfen anhand Ihrer inneren Bilder Ihre unbewussten mentalen Filter:

„Eine Person in einem schicken Wagen fährt durch eine sehr gute Wohngegend nach Hause. Ihr Blick fällt auf ihre eleganten Lederschuhe, ihre Uhr und ihre teure Kleidung. Neben der Person auf dem Sitz liegen Unterlagen und verschiedene Papiere. Bei der Villa am Ende der Strasse angekommen, steigt die Person aus und läuft zum Haus. Die Tür wird geöffnet und sie wirft einen Blick auf die grosse Terrasse, den Tennisplatz und den Swimmingpool. Die Person nimmt sich etwas zu trinken, setzt sich in einen weichen Sessel und denkt…“

Welche Bilder verbinden Sie mit der erfolgreichen Person im Auto? Frauen, die diese Geschichte visualisieren, sehen oft einen Mann, während Männer immer einen Mann sehen. Männlichkeit ist stark an beruflichen Erfolg geknüpft und in unserer Gesell-schaft ist Erfolg meist männlich. Und die Papiere auf dem Sitz waren wohl kaum Ferienprospekte oder eine Einladung zur Vernissage. Unser mentaler Filter „für Erfolg muss man hart arbeiten“ lässt den Rückschluss zu, dass es Arbeitspapiere sein müssen. Alles, was wir bei dieser kleinen Geschichte gedacht und gesehen haben, sind unsere – bewussten und unbewussten – Einstellungen zu den Themen Erfolg und Status. Es lohnt sich, diesen Autopiloten kritisch zu hinterfragen.

Die Spielregeln der Männer kapieren, nicht kopieren!

Wer sich seiner Fähigkeiten bewusst ist, konnte bei dieser Geschichte hoffentlich den längst überholten Rollenklischees trotzen. Viele trauen einer Frau nicht zu, dass sie ihren Status selbstbewusst und offen präsentiert. Und wenn doch, dann wird ihr Verhalten und ihre Souveränität oft als Imitation des männlichen Pendants verstanden. Ihre Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, Beziehungs- und Kooperationsfähigkeit lassen Frauen aus Sicht vieler Männer häufig schwach wirken. Dabei handelt es sich vielmehr um Eigenschaften, die eine wirkungsvolle Persönlichkeit überhaupt erst ausmachen.

Frauen dürfen Frauen sein und sollen nicht einem von der Gesellschaft verlangten oder von Medien diktierten Rollenstress unterliegen. Statt einem angepassten Führungsstil bitte mehr Klarheit in den eigenen Werten, Talenten und Überzeugungen! Wer sich selbst wertschätzt und sich der eigenen authentischen Kraft und Weisheit bewusst ist, strahlt Persönlichkeit und Charisma aus.

„… but it’s nothing, nothing without a woman or a girl”. James Brown hat es erlickt – also weg mit unserer Bescheidenheit und Zurückhaltung. Wahrer Reichtum ist viel mehr als nur ein finanzieller Aspekt. Vertrauen wir dem Reichtum der Fülle, der aus Begeisterung erwächst!

Rubrik

gehört

Ausgabe

Karriere und Media

Christina Weigl

Firma
Training & Coaching GmbH

Webseite
christina-weigl.ch

Ihre Kernkompetenzen sind Leadership, Service-Excellence, Resilienz sowie Leadership für Frauen „Berufung – Führung – Sinn“.

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