LOSLASSEN - NZZ NETVERSITY EVENT VOM 27. FEBRUAR 2020 | DIE WIRTSCHAFTSFRAU
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Mit dem Motto “Völlig losgelöst” startete NZZ Netversity am 27. Februar in das diesjährige 2020.

LOSLASSEN – NZZ NETVERSITY EVENT PAPIERSAAL ZÜRICH VOM 27. FEBRUAR 2020

Mit dem Motto “Völlig losgelöst” startet NZZ Netversity in das diesjährige Event Jahr 2020 im Papiersaal der alten Papierfabrik in Zürich – spannende Referentinnen und Referenten führten durch ihre beruflichen und teils privaten Lebenswerke. Beim diesjährigen NZZ Netversity Event ging es darum, sich aus den heutigen Zwängen loszulösen, sich um 180 Grad in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen – anders zu leben – anders zu sein als der Mainstream. Vom minimalistischen Lebensstil bis zur Grenzerfahrung in der Höhe brachten SWISS Pilotin Annika Kilchsperger, Gleitschirmprofi Chrigel Maurer, Journalistin Katharina Finke und Tech-Unternehmer Cédric Waldburger ganz neue, beflügelnde Ansätze, wie ein Leben zu gestalten ist.

Annika Kilchspergers begann 2010 als Flight Attendant und zwei Jahre später startete sie die Pilotenausbildung zum Linienpilotin bei der SWISS. 2014 erreichte sie ihr Ziel und ist nun befähigt, als Pilotin Passagiere in die ganze Welt zu bringen. Seit 2019 pilotiert sie als First Officer nun einen Airbus A330. Neben ihrer Tätigkeit als Pilotin führt sie gemeinsam mit ihrem Mann ein Weingut und hat eine Tochter. “Aussagen wie “Ja, ja, wenn du mal gross bist, wirst du sehen, dass fliegen nichts für Frauen ist” und Aussagen, dass es Frauen nicht zugetraut wird, ein Linienflugzeug zu fliegen, haben mich immer wieder mal begleitet. Doch solche Aussagen haben mich nicht beeindruckt, sondern im Gegenteil sogar motiviert”. Während der Ausbildung habe sie sich ab und zu gefragt, wie es sei, bei so vielen Männern als einzige Frau zu arbeiten. Als sie jedoch immer mehr in die Fliegerei hineingekommen sei, habe sie bemerkt, dass das insbesondere unter ihren Berufskollegen absolut kein Thema war. Es kommt nicht darauf an, ob man Mann oder Frau ist. “Auch privat stelle ich fest, dass das stereotypische Rollendenken immer noch stark in der Gesellschaft verankert ist. Ich werde auch immer wieder darauf angesprochen, wer unsere Tochter betreut! Die Antwort ist einfach: Mein Mann schaut nach unserer Tochter, wenn ich unterwegs bin. Ich habe ein Teilzeitpensum von 70%, das heisst, dass ich pro Monat drei Mal während drei Tagen wirklich auf Langstreckenflügen weg bin. Bei mir verschwimmen die Grenzen zwischen dem privaten Leben, der Freizeit und der Arbeit immer mehr. Ich frage mich was ist was, was ist Freizeit und was ist Arbeit, insbesondere dann, wenn ich fliegen gehe, aber auch, wenn ich im Weingut aushelfe”.

Chrigel Maurer ist ein Gleitschirmprofi  mit internationalem Ruf. Seit seinem 16. Geburtstag pilotiert der “Adler von Adelboden” einen Gleitschirm und geniesst die Welt von oben. 2004 gelang ihm der 323 km lange Flug vom Niesen nach Landeck – und damit stellte er einen Europarekord. Sechs Mal in Folge gewann er die die Redbull X-Alps, was vor ihm noch nie einer geschafft hatte. Chrigel Maurer ist Vater von zwei Söhnen. “Ich habe diesen Sport nicht ausgewählt, sondern mein Vater war schon ein aktiver Gleitschirmpilot. Als Bergsteiger der Gipfel landete er jeweils danach direkt vor der Haustür, was ich als Kind auch wollte. Doch erst mit sieben Jahren durfte ich bei einem Tandem-Gleitflug erstmals mitfliegen”. Erst mit 15 Jahren durfte er in die Flugschule und mit 16 Jahen die Prüfung ablegen. “Beim Gleitschirm fliegen braucht es die Harmonie mit der Natur. Bis ich erstmals begriffen habe, was es braucht und bis man es wirklich geniessen kann, braucht es viel Zeit. Ich hatte einmal die Gelegenheit, in einem einmaligen Flug das Matterhorn zu überfliegen, was wirklich einzigartig ist, da alle Voraussetzungen zu stimmen haben”.

Cédric Waldburger gründete mit 14 Jahren bereits sein erstes Start-up. Heute ist der Tech-Unternehmer das Schweizer Gesicht der milliardenschweren Blockchain-Firma “Dfinity” und bekennender Minimalist. Nur 64 Gegenstände zählen zu seinem Besitz, wie er sagt. “Ich habe eine grosse Schwäche für Fragen, die einfach und unscheinbar aussehen, die mich jedoch monatelang beschäftigen, die keine einfache Antwort ergeben». Er hat während mehreren Jahren ohne Wohnung gelebt habe und hat alles weggeben, was nicht in seine Tasche gepasst hat. Im 2017 war er sehr viel unterwegs, hat 120 Flüge genommen und gut insgesamt 26 Tage im Flugzeug oder auf Flughäfen verbracht. Das war nicht immer lässig. Doch positiv daran habe er gefunden, dass er damit beinahe 80% der Distanz von der Erde zum Mond zurückgelegt hat und damit ein kleiner Bubentraum “Astronaut zu sein” in Erfüllung gegangen ist. “Doch die zentrale Frage ist, was ist es eigentlich, was mich glücklich macht, was erfüllt mich in meinem Leben? Während vier bis sechs Monaten habe ich mich beobachtet, Tagebuch geführt, analysiert. So bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass mich das Lernen,  Wachsen, wie funktionieren Leute, wie funktionieren Maschinen, wahnsinnig begeistert und fasziniert. Ich brauche kein schönes Auto, eine schöne Couch, keine materiellen Dinge, um glücklich zu sein”.

Von Menschenrechten bis zur Umwelt, das prägt die Journalistin Katharina Finke. Sie bereist als Minimalistin die ganze Welt und berichtet über die aktuellsten Themen. In ihrem neusten Buch “LOSLASSEN – Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte” schreibt sie über Minimalismus und ihre Reisen rund um unseren Planeten. Nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund entschloss sie sich, ihren Mietvertrag zu kündigen, all ihr Hab und Gut zu verkaufen, zu verschenken und zu spenden und loszulassen, was sie bindet. Sie verschenkte und verkaufte beinahe ihren ganzen Besitz und machte das Reisen zu ihrem Alltag. Als moderne Nomadin arbeitet sie rund um den Globus, lebt aus dem Koffer und wohnt auf Ausklappsesseln und in Luxusappartements. Sie lernt, ihren Impulsen zu trauen und ihre Ängste zu erforschen. “Es ist mir wichtig, dass ich mich nicht von Erwartungen erpressen lasse, die ich je nicht erfüllen kann. Vor vielen Jahren nach meiner Trennung mit meinem Freund habe ich mich entschieden, dass ich all diese Sachen, wie Wohnung, Mobiliar, Auto, Tisch nicht brauche, weshalb ich es verkauft, verschenkt und gespendet habe”. Zusammen mit ihrer kleinen Tochter bereiste sie als Journalistin nur mit einem Rucksack die ganze Welt. Auch ihre Tochter reduzierte ihr Hab und Gut auf einen Rucksack. “Man musste sich halt entscheiden, was einem wichtig ist”.

Kategorie

News

Publiziert am

06.03.2020

Hashtag

#diewirtschaftsfrau #nzznetversity #loslassen

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