Projekt "Corona-Schnipsel": Zeitgeschichte aus weiblicher Perspektive | DIE WIRTSCHAFTSFRAU
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Projekt “Corona-Schnipsel”: Zeitgeschichte aus weiblicher Perspektive

Was werden unsere Kinder und Enkel über Unternehmerinnen in der Corona-Krise lernen?

Es ist ein Fakt, dass Frauen bis heute in den Geschichtsbüchern kaum vorkommen und erst 1993 das erste Institut für Frauengeschichte in der Schweiz eröffnet wurde. Das ist schade und eine Verzerrung der Zeitgeschichte. Viele geschichtliche Zeugnisse sind für immer verloren, aber wir haben es aber in der Hand, das für die Zukunft zu ändern. Aus diesem Grund hat der Verband Frauenunternehmen das Projekt “Corona-Schnipsel” lanciert.

Darum geht es im Projekt

“Wir sammeln die Corona-Schnipsel, um zur (Zeit-) Geschichtsschreibung aus der weiblichen Unternehmerperspektive beizutragen: was uns bewegt, wie wir die Zeit erleben und ob wir z.B. wahrnehmen, dass das Rollenverständnis der 50er Jahre wiederauflebt.

Je mehr Schnipsel gesammelt werden, umso faktenbasierter fällt die Beschreibung dieser besonderen Situation aus. Allzu oft wurde Geschichte aus einer Sicht dokumentiert und bewertet. Das, was übrig bleibt vom Lockdown (13. März – 11.Mai 2020) und darüber hinaus, können wir gestalten und bewahren. Es ist höchste Zeit.”, sagt Kathrin Puhan, eine der drei Projekt-Initiantinnen.

Und Karin Ivertsen führt weiter aus: “Wir geben den weiblichen Unternehmern in der Schweiz auch nach der Corona-Krise eine bedeutende Stimme: Frauen haben mindestens gleich gute Ideen wie Männer, und sie haben keine Angst davor, hart zu arbeiten, deshalb kommen sie auch sehr weit. In Krisenzeiten sind wir alle besonders gefordert und so ist diese Situation einmalig, um zu dokumentieren wie erfinderisch, strategisch, umsetzungsfähig und erfolgreich weibliche Unternehmer sind. Das erzeugt unteranderem gute Alltagsvorbilder.

Wir haben hier eine Chance, diskriminierende Vorurteile und falsche Glaubenssätze betreffend des weiblichen Unternehmertums mit Hilfe von Transparenz, Daten und Fakten zu widerlegen. Zum Beispiel, dass Frauen der Mut fehle, sie zu vorsichtig oder zu nett seien. Solche Ansichten verhindern eine gesunde Akzeptanz und ein echtes Verständnis für Unternehmerinnen in den Prozessen der Wertschöpfungskette.

Mit einer Vielfalt von Schnipsel schaffen wir die Grundlage, um konkrete Empfehlungen an das Ökosystem formulieren, welches Unternehmerinnen umgibt und welches sich für eine zunehmende Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen einsetzt. Ich denke hier insbesondere an wachstumsfördernde Fonds oder Förderprogramme für Start-ups.”

Auch Ihre Erfahrung zählt!

Haben Sie in den letzten Wochen Interviews gegeben, innovative Lösungen gefunden, neue Bündnisse geschlossen oder ein Tagebuch geführt? Auf www.frauenunternehmen.ch/corona-schnipsel können Sie Ihre Erfahrungsberichte, Bilder, Videos, etc. teilen und zur Geschichtsschreibung aus weiblicher Sicht beitragen.

Kategorie

News

Publiziert am

25.05.2020

Hashtag

#diewirtschaftsfrau #politik

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