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Wer für seine Werte auf- und einsteht, wird als authentisch wahrgenommen.

Wolf im schafspelz?

Wer klar ist, seinen Worten Taten folgen lässt und für seine Werte auf- und einsteht, wird als authentische Persönlichkeit wahrgenommen.

Und wer die Wertvorstellungen seiner Mitarbeitenden erkennt und auch wichtig nimmt, kann sie besser zu Höchstleistungen motivieren. Erkenntnis verpflichtet!

Gute Entscheidungen lassen sich jedoch nicht auf Knopfdruck erwirken.

Sie entwickeln sich, indem wir unsere Vision und die damit verbundenen Ziele wieder in unser Bewusstsein rufen.Zur Authentizität gehört die kontinuierliche Selbstreflexion und die Fähigkeit, der Realität ins Auge zu blicken. Wenn wir die Verantwortung für unser Tun tragen, können wir die Wahl treffen. Wir müssen uns mutig entscheiden, bewusst positive Veränderungen anzugehen. Zweifelnde und unsichere Gedanken rauben uns Energie, wie folgende Metapher aufzeigt:

Ein alter Indianer-Häuptling vermittelt seinem kleinen Enkelsohn eine Lebensweisheit „Ich kämpfe mit mir“, sagt er zum Jungen. „Es ist ein schrecklicher Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine ist zerstörerisch, neidisch, arrogant, voller Selbstmitleid, unentschlossen, nachtragend, trügerisch, minderwertig und überheblich. Der andere ist erfüllt, freudig, liebenswürdig, kraftvoll, selbstständig, empathisch, ehrlich, kreativ und klar. Der gleiche Kampf läuft in dir ab und in jeden anderen Menschen auch“. Der kleine Junge überlegte kurz und fragte seinen Grossvater: „Welcher Wolf wird gewinnen“? Der alte Indianer antwortet „Derjenige, den man füttert“.

Diese Geschichte beschreibt sehr schön, was in jedem von uns jeden Tag, meist unbewusst, stattfindet. Wir tragen beides in uns: Liebe und Angst sind immer da und kämpfen um unsere Gunst. Oft sind wir geübt darin, den Wolf mit den negativen Gedanken zu füttern und wundern uns, warum wir uns gestresst fühlen. Es ist matchentscheidend, welche inneren Überzeugungen und Ressourcen wir bewusst nutzen. Nur authentisch gelebte Werte führen uns in unsere Kraft und Lebendigkeit. Sie sind die zentrale Steuerung für Motivation, Sinngebung und Ausrichtung. So wachsen wir in unser volles Potenzial hinein. Generation Y – „Why?“ Die Millenials – geboren zwischen 1980 und 2000 – fühlen sich sinnstiftenden Aufgaben verpflichtet. Sie werden im Jahre 2025 rund 75% der Arbeitnehmenden aus- machen. Oft tun sich diese freiheitsliebenden Individualisten schwer damit, sich für etwas zu entscheiden. Sie sehen sich mit einer Reizüberflutung und der Angst, etwas zu verpassen, konfrontiert. Im Wissen, dass sie ihre „inneren“ Wölfe respektive ihre Gedanken beeinflussen können, brechen sie eher auf zu neuen Wegen, beweisen dabei Mut und Risiko.

Hut ab vor allen, die für ihre Vision brennen, ihre authentischen Werthaltungen kennen und ihren Talenten eine Chance geben.

Sie folgen ihrer Berufung. Wer den unterstützenden Wolf füttert, bringt sein Potenzial zur Entfaltung und ist wider- standsfähiger. Je öfter wir ihn füttern, umso mehr folgen wir mit Begeisterung unserem Herzen. Aus dieser Klarheit entsteht geistige Gewohnheit, die sich stimmig und richtig anfühlt.

Arbeiten ist im digitalen Zeitalter überall und jederzeit möglich ist.

Dass die Generation Y Beruf und Privatleben noch bewusster abgrenzen möchten, hat also nichts mit Faulheit zu tun. Leitwolf sein. Im Zusammen- spiel von Wertewandel, Digitalisierung und demographischem Wandel ist eine generationenüber greifende Führung wichtig. Für Ypsiloner sind die Individualisierung der Arbeitsbedingungen, persönliche Wertschätzung und Sinnhaftigkeit entscheidende Faktoren bei der Wahl ihres Arbeitgebers. Auch Gespräche sind noch immer wichtig, auchwenn sie doch mit sozialen Netz- werken aufgewachsen, wo Teilen, Beur- teilen von anderen Inhalten, Usern, Feedback geben und Feedback erhalten die Norm sind.

Im dynamischen Umfeld haben wir die Option, jede Situation anders zu bewerten und den Fokus zu verschieben. Voraussetzung ist, dass wir uns trauen, Position zu beziehen und Verantwortung zu übernehmen für unser Denken und unser Handeln. Beides ist an- spruchsvoll und kann gelernt werden. Aber welchen Wolf wollen wir füttern? Entscheidend ist, dass wir uns selbst treu bleiben und den Wolf füttern, der uns weiterbringen kann. Er schenkt uns innere Freude und Begeisterung im Alltag. Davon haben dann schlussendlich auch alle anderen mehr.

Rubrik

gehört

Ausgabe

Media und Workspace

Christina Weigl

Firma
Training & Coaching GmbH

Webseite
christina-weigl.ch

Info
Ihre Kernkompetenzen sind Leadership, Service-Excellence, Resilienz sowie Leadership für Frauen „Berufung – Führung – Sinn“.

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